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Pressemitteilung vom 25.06.2010

FDP diskutiert über Afghanistan: Deutsche sind beliebt

Wiesbaden. - Über Krieg und die Suche nach Frieden in Afghanistan diskutierten 40 Liberale am 23. Juni in der Villa Clementine.

Der Bundestagsabgeordnete Christoph Schnurr (FDP) berichtete von seinem Besuch in Afghanistan als Mitglied des Verteidigungsausschusses mit Minister Karl-Theodor zu Guttenberg. Dort hatte er mehrere Gespräche mit Soldaten und NGO-Vertretern.
Dr. Parinas Parhisi hatte die Veranstaltung organisiert. Sie erzählte von Ihren Erfahrungen als Dozentin für die Richterfortbildung im Auftrag des Heidelberger Max-Plank-Institutes. Die Expertin für islamisches Recht bemerkte bei der Vermittlung von Themen des Rechtsstaates auch „wichtige Erfolge in kleinen Schritten“ bei der Beseitigung von „Vorbehalten gegenüber Frauen“.

Die zentrale Frage stellte Moderator Florian Rentsch, Vorsitzender des Kreisverbandes und der Landtagsfraktion: Ist der Einsatz der nichtstaatlichen Organisationen (NGOs) ohne Militäreinsatz möglich? Dr. Parhisi gab die Meinung der Afghanen wider: „Die Deutschen mögen wir, die sollen nicht weg gehen.“ Sie verwies auf die Tradition der deutschen Hilfe und Bildungsarbeit für Afghanistan in den 50er und 60er Jahren. Hamid Fauoui, ein Gast aus Geisenheim, der als gebürtiger Afghane in seiner Heimat als Architekt aktiv ist, sagte, Deutschland wäre allein erfolgreicher, denn die Afghanen würden die Nato ablehnen. Er wünsche sich mehr Geld für den zivilen Aufbau. Christoph Schnurr meinte, ohne Bundeswehr würde die Arbeit nicht funktionieren. NGOs seien auch schon beschossen worden. Sie wollten zwar die Anwesenheit der Bundeswehr, doch sollten die Truppen die Projekte der NGOs nicht oft kontrollieren, damit man keine Bundeswehr-Propaganda hinein interpretieren könne.

Der nordhessische Landtagsabgeordnete Jochen Paulus erkundigte sich nach Veränderungen in der Stimmung der Truppe. Schnurr sagte die Stimmung habe zwar unterschiedliche Facetten, sei aber im Allgemeinen als gut zu bezeichnen. Die unzureichende Ausrüstung stoße zunehmend auf Unverständnis in der Truppe. Weiter führte er aus, dass Afghanistan militärisch nicht zu befrieden sei. Die Bevölkerung müsse man überzeugen, dass die Taliban kein Regime sind, die das Land voranbringt. Alle drei FDP-Vertreter betonten, Pakistan und die Probleme der gesamten Region müssen bei der Unterstützung von Afghanistan berücksichtigt werden.